ZwischenNutzung
ein Projekt im ehemaligen Druckerei-gebäude der Firma Rentsch in Olten 1997
Es geht Aldo Mozzini nicht einfach um die Nachbildung einer vertrauten Konstellation, sondern im Gegenteil um ihr Verschieben in einen labilen Zustand. Dasselbe gilt auch für den “Wandkasten”, der nach unten “ausgefranst” ist und weder Decke, noch Boden, noch Türe hat. Angesichts der “ZwischenNutzung” des Gebäudes durch die Kunstschaffenden liegt es nahe, anzunehmen, dass das verwendete Täfer irgendwo im Haus aus seinem bisherigen Kontext herausgerissen wurde. Die darin enthaltene Aggression ist nicht vertuscht. Umbau hat immer mit Zerstören zu tun und Konstruktionen mit Abfall‑Materialien ‑ mit denen Aldo Mozzini in all seinen Skulpturen arbeitet ‑ sind immer Vergangenheit und Gegenwart in einem. Doch nur der ungeschonte Umgang mit dem Material macht dieses Moment sichtbar als wäre das Kunstprodukt ein Körper mit Narben.
Der “ZwischenNutzung” entsprechend hat Aldo Mozzini nicht wie seinem skulpturalen Schaffen sonst ‑ fertige, ja sogar begehbare Stücke geschaffen, keine Funktionen vorgetäuscht, sondern in der Unfertigkeit der Arbeiten die Unsicherheit und zugleich die Offenheit der Situation thematisiert.
Annelise Zwez

