AZB for ever 2010

Die Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer als Organismus

Mit Werken von Jürg Altherr, Anna-Maria Bauer, Vincenzo Baviera, Raffael Benazzi,
Peter Bernhard, Thomas Blumer, Jérémie Crettol, Bob Gramsma, John Grüniger,
Lilian Hasler, Ursula Hirsch, Roland Hotz, Piero Maspoli, Mickry 3, René Moser, Aldo
Mozzini, Severin Müller, Heinz Niederer, Rudolf Maria Rempfler, Barbara Roth,
Thomas Schweizer, Kerim Seiler, Martin Senn, Paul Sieber, Peter Storrer, Gillian
White, Willy Wimpfheimer, Philippe Winninger, Katrin Zuzáková.
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Die Ausstellung «AZB for ever» im Helmhaus Zürich ist die erste museale
Überblicksausstellung zur Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer. Sie zeigt
Arbeiten von sämtlichen Mitgliedern und deutet die Künstlergemeinschaft als
soziales, generationenübergreifendes Phänomen: als Organismus.
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LE grand bleu EU-Bache 2010
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casa Julio 2010

Neunundzwanzig unterschiedliche Auffassungen davon, was dreidimensionale Kunst
im Raum bedeuten kann – inhaltlich, formal, materiell –, präsentiert die Ausstellung
«AZB for ever» im Helmhaus Zürich. Dass sich die Vertreterinnen und Vertreter
dieser unterschiedlichen Auffassungen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen-
geschlossen haben, ist in einer Zeit, in der jeder sein eigenes Ding dreht, in der
Künstlergemeinschaften eine aussterbende Sozietät sind, nichts anderes als ein
Phänomen. 1982 gegründet, hat die AZB zahllose Konflikte und Krisen überstanden,
hat sich erneuert – und scheint heute, markant verjüngt, vitaler denn je. Ihr Epi-
zentrum ist das Gaswerkareal in Schlieren, knapp ausserhalb der westlichen
Stadtgrenze von Zürich. Hier konnte sie etliche Gebäulichkeiten, die von der Zürcher
Gasversorgung nicht mehr genutzt wurden, teilweise renovieren und einer neuen
Nutzung zuführen. Neben den Ateliers der Mitglieder und einem Gastatelier gibt es
hier auch Ausstellungsmöglichkeiten, die regelmässig genutzt werden: die Kunst-
kammer und den Turmplatz – sowie, im öffentlichen Raum Schlierens, «Skulptur in
Schlieren».

Die 31 aktuellen, aktiven Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer
stellen im Helmhaus Zürich ausgewählte Werke oder eine Werkgruppe sowie
Zeichnungen, Entwürfe für Arbeiten im öffentlichen Raum und Miniaturen aus. Die
Ausstellung und das begleitende Buch sind eine Gemeinschaftsarbeit dreier Kura-
toren: der Kunsthistorikerin Kathrin Frauenfelder, die das Projekt initiiert hat, des
AZB-Gründungsmitglieds Jürg Altherr und des Helmhaus-Leiters Simon Maurer.
Ausstellung und Buch enthalten aktuelle Einsichten des Künstlers und Fotografen
Hans Knuchel in die Ateliers und Werkplätze sämtlicher AZB-Künstlerinnen und -
Künstler. Das Buch, das im Zürcher Verlag Scheidegger & Spiess erscheint, ver-
schränkt in der Gestaltung der Grafikerin Marie Lusa Geschichte und Gegenwart
der AZB.
Klassische Bildhauerei mit den traditionsreichen Werkstoffen Stein, Gips, Holz und
Metall trifft in der Ausstellung im Helmhaus Zürich auf Installationen aus Stoff, Kunst-
stoffen und Pflanzen. Die reiche Vielfalt dreidimensionaler Kunst lässt sich hier
überschauen. Die Medien der Skulptur und der Plastik erscheinen in ihrer ganzen
Komplexität zwischen Idee und handwerklicher Realisierung. Die Individualität jeder
künstlerischen Haltung wird deutlich – und die Unwiederholbarkeit von durch-
dachtem, künstlerischem Handwerk, das vielleicht im Zeitalter digitaler Repro-
duzierbarkeit einer Renaissance entgegensteuert. Profitierend von der Heterogenität
der Autorinnen und Autoren, tut sich ein bedeutungsreicher Werkkosmos auf.